Niedrigzinsen und Alternativen

Wirkung…
Vor rund 25 Jahren erlebte die Umlaufrendite ein Allzeithoch. Im Jahr 1990 betrug die durchschnittliche Rendite festverzinslicher Wertpapier der besten Bonitätsstufe, hauptsächlich also Staatsanleihen, rund 9 %. Bis zum Jahr 1999 fiel dieser Kurs allerdings auf dann rund 4 % stark ab. Trotz kurzer Erholungen kennen wir in diesem Jahrtausend fast ausschließlich fallende Zinsen, seit 2014 liegt die Umlaufrendite unter 1 %. Derzeit (08.10.2015) beträgt sie sogar nur 0,43%. Für den Bürger heißt dies vor allem, dass das Geld auf seinem Konto mittlerweile nur noch Zinsen unterhalb des Inflationsniveaus bringt.

…und Ursache
Das Problem liegt darin begründet, dass die Staaten versuchen, die Wirtschaft anzukurbeln, während die Europäische Zentralbank (EZB) bemüht ist, eine kontinuierliche Inflation um 2 % zu erreichen. Wenn man für sein Geld auf dem Tagesgeldkonto 1 % erhält und die Inflation 2 % beträgt, wird der Geldbetrag auf dem Konto zwar größer, man verliert aber jedes Jahr Kaufkraft. Kann ein Erstklässler sich für 5 € Taschengeld heute vielleicht 5 Kugeln Eis kaufen, bekommt er, statistisch und vereinfacht gesprochen, in 10 Jahren für denselben Betrag nur noch 4,5 Kugeln. Lag sein Geld für 1 % Zinsen angelegt, sind es immerhin rund 4,75 Kugeln.

Eine Alternative
Viele Deutsche bewegen ihren Fokus weg vom Sparbuch oder dem Festgeldkonto und hin zu Sachwertanlagen. Für die meisten Sparer sind dies vor allem Anlagen in Investmentfonds. Wie so etwas funktionieren kann, war kürzlich im Versicherungsboten zu lesen:
Es wurde angenommen, dass eine fiktive Sparerin, genannt Lisa, am 22.07.1955 das Sparen begonnen hat. Ihre Mutter habe 10 € monatlich für Tochter Lisa beiseitegelegt und in den Templeton Growth Fund investiert, der auch 1955 schon existierte. Der Kleinstbeitrag von 10 € wurde auch jeden Monat gezahlt, erst von der Mutter, nach der Ausbildung dann von Lisa selbst.
Lisa feiert nun am 22.07.2015 ihren 60. Geburtstag feiert und geht in den Vorruhestand. Durch die hohen Abzüge erhält sie nur eine Altersrente von 880 € monatlich netto. Dies ist jedoch kein Problem, da aus den monatlich gesparten 10 € rund 543.499 € geworden wären (Stand 31.07.2015, nach allen Kosten). Lisa entnimmt nun also jeden Monat 2.800 € aus ihrem Fonds-Depot. Bei voller Besteuerung (28 % Abgeltungssteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag) werden Lisa jeden Monat etwa 790 € abgezogen. Zusammen mit der Altersrente von 880 € hat Lisa also, nach allen Kosten und Steuern, rund 2890 € Altersrente für den tatsächlichen Gebrauch.

Das unvermeidliche Ende
Nehmen wir nun an, dass Lisa im hohen Alter von 90 Jahren am 27.07.2045 verstirbt und der Lisas Aktienfonds, der Templeton Growth Fund, sich die 30 Jahre in der Rentenzeit genau so entwickelt hat wie in den 60 Jahren zuvor, inklusive aller Höhen und Tiefen. Lisa hat dann 1.008.000 € (brutto) aus ihrem Depot entnommen. Ihr Fondsdepot ist allerdings nicht erschöpft: Durch die weiteren Wertsteigerung wäre es auf 1.365.067 € angewachsen, was voll in die Erbmasse fällt.
Beratung notwendig
Besonders bei Anlagen, die langfristig getätigt werden sollen, ist eine qualifizierte Beratung notwendig. Sprechen Sie uns gerne an oder nehmen Sie Kontakt auf. Wir werden Sie gerne selbst beraten oder an einen Netzwerkpartner weiter empfehlen.

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