Bundesregierung will Garantiezins abschaffen

Zum 1.1.2016 tritt die Neufassung des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) in Kraft. Das neue VAG setzt die EU-Richtlinie Solvency II in deutsches Recht um. Folge sind u.a. strengere Eigenkapitalanforderungen an Versicherungsunternehmen. Nun wurde in einem Referentenentwurf der Vorschlag aufgenommen, den Höchstrechnungszins, den meisten als Garantiezins bekannt, komplett abzuschaffen.

In letzter Zeit hat man immer häufiger gelesen, dass die Luft für Lebensversicherer dünn wird: Haben Mitte 2014 noch alle Versicherer den Stresstest der Finanzaufsicht BaFin bestanden, sah es schon ein halbes Jahr später nicht mehr so rosig aus: Rund ein Viertel der Versicherer haben die Anforderungen im Stresstest nicht mehr erfüllen können.
Seit Beginn des Jahres haben sich mit ERGO, Generali und Talanx (Rückversicherer der HDI, Targo, Postbank, etc.) 3 der 4 größten deutschen Lebensversicherer aus der klassischen Lebensversicherung vollends verabschiedet. Auch Branchenprimus Allianz setzt hochtrabend auf „neue Garantien“ und bietet die klassische Variante mit garantierten Zinsen nicht mehr aktiv an. Nun geht sie noch einen Schritt weiter:

Allianz

Das Produkt, mit dem die Allianz mehr als 100 Jahre viel Geld verdient hat, und das früher vielleicht auch gut funktionierte, ist aus Kundensicht „nicht mehr sinnvoll“, so Allianz-Leben-Chef Markus Faulhaber.
Dabei sieht es für die Kunden schon länger nicht rosig aus: In Altverträgen, die teilweise noch einen Zins von 4 % garantieren, werden schon länger gar keine Überschüsse mehr fällig. Und während die begrenzten Anlagemöglichkeiten der Lebensversicherer nur noch Erträge von 3 bis 3,5 % Zinsen abwerfen, müssen halt jüngere Verträge, mit Garantiezinsen von 1,75% oder mittlerweile nur noch 1,25%, teils auf Überschüsse verzichten, um die Garantien der Altverträge abzudecken.

Wichtig ist jetzt, nicht auf pauschalisierte Aussagen zu hören. Ein sofortiges Kündigen des Vertrages kann ebenso schädlich sein, wie einfach weiter in den Vertrag einzuzahlen oder den Vertrag beitragsfrei zu stellen. Wenn Sie eine objektive Beratung zum Stand Ihrer Altersvorsorge anfordern möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

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